ab in den Süden!

Mittlerweile bin ich schon wieder 2 Wochen in Tijuana. Ich fühle mich als wären wir gestern erst vom Urlaub zurück gekommen. Ich bin jetzt die einzige Volontärin im Oratorium, weil Martin, der bis jetzt mit mir gearbeitet hat, in ein anderes Oratorium wechseln musste. Hier ein kleiner Reisebericht der letzten 2 Urlaubswochen in Mexiko.

Am 7. Jänner gings los. Mit vollgepacktem Rucksack haben Miriam und ich uns auf den Weg zum Flughafen gemacht. Erste Station: Guadalajara, Stadt des Tequila. Wir haben uns 2 Nächte bei den dortigen Salesianern einquartiert. Am ersten Tag, ein Sonntag, sind wir auf einen Markt gefahren. Guadalajara ist bekannt für sein Töpferkunsthandwerk. Fast drei Stunden sind wir von Marktstand zu Marktstand geschlendert und waren noch immer nicht fertig. Für alles, was wir kaufen wollten, hätten wir ungefähr 17 Rucksäcke und 2 Esel benötigt. Auf dem Rückweg mit dem Bus hatten wir ein eher ungewöhnliches Erlebnis: Der Bus bleibt stehen, Busfahrer steigt aus. Hinter uns eine Polizeipatrouille. Der Fahrer fängt mit dem Polizisten zu diskutieren an. Daraufhin informiert uns der Busfahrer wir müssten aussteigen, weil ihn der Polizist beschuldigt, am Straßenrand stehende, auf den Bus wartende Personen nicht mitgenommen zu haben. Zwei Männer steigen aus und diskutieren mit. Die Frauen im Bus regen sich auf und meinen, dass wir BESTIMMT nicht aussteigen. Schlussendlich bleibt hinter uns der nächste Bus stehen, der  schon völlig überfüllt ist und wir müssen aussteigen. Wir gehen beim Busfahrer und beim Polizisten vorbei und einige rufen dem Polizisten die ärgsten Schimpfwörter zu. Sie haben ihm auch gewünscht, dass er sein ganzes Leben nur chinesisches Essen bekommen soll.
Da haben wir zum ersten Mal mitbekommen, mit welchen Methoden die Polizei vorgeht und wieviel bzw. wie wenig Respekt die Leute vor der Polizei haben.
Am zweiten Tag haben wir im Zentrum von Guadalajara eine Pferdekutschentour gemacht, bei der wir festgestellt haben, dass wir das wichtigste schon beim Spazieren durch die Stadt gesehen haben.
Am Nachmittag haben wir die Mama vom Padre Raul besucht, die in Guadalajara wohnt. Hier kommt das zweite Buserlebnis: Wir fahren in den Straßen und Gassen außerhalb des Zentrums in einem uralten öffentlichen Bus, gleich wie alle anderen öffentlichen Busse, als plötzlich der überdimensional große Ganghebel umfällt, der Busfahrer zum Lachen anfängt und den Bus auf den Straßenrand rollen lässt.
Mit dem nächsten Bus gings dann weiter und wir sind schlussendlich gut ans Ziel gekommen. Den Nachmittag verbrachten wir gemütlich mit alten Geschichten, Kaffee und Kartenspielen.
In der Nacht gings dann weiter mit dem Bus nach Mexiko City.

Im Morgengrauen sind wir mit dem Taxi zum Hostel gefahren. Der erste Eindruck war überwältigend. Der riesige Hauptplatz in der Morgendämmerung mit dem Parlamentspalast, der Katedrale, dem Rathaus…
Wir besuchten die wichtigsten Museen im Zentrum, unter anderem den Templo Mayor, eine Teil der ehemaligen Aztekenstadt. Außerdem waren wir im Frida Kahlo Museum, dem Wohnhaus der Künstlerin. Der Weg dorthin war weit, oder zumindest brauchten wir fast 3 Stunden, weil wir mit dem Touristenbus, der uns dorthin bringen sollte, im Stau gestanden sind. Ja, in Mexiko City gibt es viele Autos und deshalb auch viele Abgase. Das sieht man sogar, wenn man in den Himmel schaut.
Dann besuchten wir die Basilika der Jungfrau von Guadalupe, die nach dem Vatikan anscheinend die größte Pilgerstätte der Welt ist und wir sind zur Tempelstadt Teotihuacan gefahren. Eine wirklich beeindruckende Stadt, die vor fast 2000 Jahren geschätzte 200000 Einwohner hatte und somit eine der größten Städte der Welt war.

Nach 4 Tagen in Mexiko City machten wir uns über Nacht mit dem Bus auf den Weg nach Tuxtla im Bundesstaat Chiapas. Von dort aus begann unsere geführte Reise, eine Woche bis nach Merida im Bundesstaat Yucatan.
Unsere erste Station war San Christobal de las Casas, eine sehr schöne, traditionelle Stadt mit viel Tourismus. Wir sind mit dem Motorboot auf dem Canon del Sumidero gefahren und haben Krokodile, Affen und viel Müll im Wasser gesehen. Auf den ersten Blick hat mich alles ein bisschen an die schöne blaue Donau erinnert, aber eben nur auf den ersten Blick 😉
Eine halbe Autostunde außerhalb liegt das Indigenendorf San Juan Chamula. Dort leben die direktesten Nachfahren der Maya. Frauen sowie Männer tragen einen schwarzen Wollrock, Kinder verkaufen selbstgemachte Armbänder, Brillenetuis und Gürtel. Die Indigenen haben ihre eigene Sprache, eigene Gesetze, eigene Polizei und eine ganz eigene Religion. Die Kirche ist die schrägste die ich jemals betreten habe. Von außen ist sie weiß und unscheinbar, aber innen völlig anders jede andere Kirche. Es gibt keine Bänke, der ganze Boden ist bedeckt mit Palmennadeln, die Luft ist weiß und riecht nach verbrannten Palmennadeln, an der Wand stehen Vitrinen mit katholischen Heiligenfiguren. Am Boden sitzen die Gläubigen vor mitgebrachten, mit Wachs an den Boden geklebten Kerzen und Coca Cola und beten. Sie glauben, dass Coca Cola heilt und ist so etwas wie heilig und außerdem ein traditionelles Getränk.
Dann haben wir uns auf den Weg Richtung Norden gemacht. Schön langsam wurde die Umgebung immer tropischer und wir besuchten zwei Wasserfälle: die Aguas Azul, die blauen Wasser und Misol-Ha, was einfach nur „Wasserfall“ bedeutet.
In Palenque waren wir wieder bei Pyramiden der Maya. Nur einige Pyramiden sind ausgegraben und wiederhergestellt, der Rest der riesigen Tempelstadt liegt begraben unterm Urwald. Danach waren wir in Uxmal bei anderen Pyramiden, die aufgrund des dort herrschenden Wassermangels dem Regengott Chaac geweiht sind. An jeder Ecke findet man das Abbild des Gottes aus Stein.
Schlussendlich kamen wir in Mérida an, wo wir 2 Nächte blieben. Leider wurde ich krank und hatte Fieber mit Schüttelfrost und allem drum und dran, so dass wir von Mérida nicht viel gesehen haben.

Wieder so halbwegs fit sind wir mit dem Bus 5 Stunden nach Playa del Carmen gefahren, wo wir die letzten Urlaubstage am Strand so richtig entspannen konnten. Von Cancún aus gings am 23. Jänner wieder zurück nach Good Old Tijuana, das uns schon mit Sauwetter erwartete.

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